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Prävention sexualisierter Gewalt

Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Kirche einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie sich ernst genommen und geschützt fühlen können. Unsere Verpflichtung ist es, Menschen, die unsere Angebote nutzen, wirksam vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Als kirchliche Organisation und als Einzelpersonen in kirchlichen Einrichtungen tragen wir die Verantwortung für das Vertrauen, das uns von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entgegengebracht wird. Wir sehen es als unsere Pflicht, dieses Vertrauen mit größter Verantwortung zu wahren.

Leitbild zum Umgang mit sexualisierter Gewalt

Fürchte dich nicht,
sondern rede und schweige nicht!
Denn ich bin mit dir,
und niemand soll sich unterstehen dir zu schaden.“
Apostelgeschichte 18, 9b–10

Grundlage unseres Lebens und Arbeitens in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, sind der Glaube an Gott und die Nachfolge Jesu. Nach christlichem Verständnis besitzt jeder Mensch die gleiche Würde, egal welches Geschlecht, welches Alter, welche Hautfarbe oder welche körperliche oder psychische Verfassung sie oder er hat. Mitmenschen als Geschöpfe Gottes anzunehmen, bedeutet deshalb, einen respektvollen, wertschätzenden und achtsamen Umgang mit anderen zu schaffen, zu pflegen und zu fördern.
Wir Ehren-, Neben- und Hauptamtlichen im Dekanat Freising wollen aktiv gegen sexuellen Missbrauch vorgehen und präventiv handeln. Sexueller Missbrauch ist eine sexualisierte Form von Machtmissbrauch und ist daher Gewalt. Sie ist destruktiv und traumatisiert die Opfer. Wir wollen einen Schutz vor sexualisierter Gewalt sichern und dulden daher keinen Machtmissbrauch mittels sexueller Handlungen. Wer sexualisierte Gewalt ausübt, hat mit Sanktionen zu rechnen.

Betroffen? Bitte nehmen Sie Kontakt auf!
Ansprechperson Diakonin Angela Senft.
Ansprechperson.Dekanat.Freising@elkb.de
oder unter der Nummer 08161 78 97 21
(bitte auf den Anrufbeantworter sprechen, Rückruf erfolgt)

Für die Beratung im Verdachtsfall oder für eine Meldung hier der Kontakt zur Meldestelle der ELKB.
Kontakt: meldestellesg@elkb.de, Tel. 089 5595 342
Betroffene können sich an die Ansprechstelle wenden,
Kontakt: ansprechstellesg@elkb.de, Tel. 089 5595 335.
Weitere Informationen auf https://aktiv-gegen-missbrauch-elkb.de.

Anlaufstelle „Help“ www.anlaufstelle.help
Unabhängige Information für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie
E-Mail zentrale@anlaufstelle.help
Kostenlos und anonym
Tel.: 0800 5040112
Terminvereinbarung für telefonische Beratung
Mo: 14.00 – 15.30 Uhr
Di bis Do: 10.00 – 12.00 Uhr

Freising Diakonie – HilDa, Max-Lehner-Str. 31, 85354 Freising
https://www.diakonie-freising.de/angebote/fachberatungsstelle-hilda/
Unabhängige Information für Betroffene von sexualisierter Gewalt
hilda@diakonie-freising.de
Tel.: 08161/494740
Fax: 08161/494741
Zeit: 8.30-16.00 Uhr

Beschwerdestelle für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende

Es wurde eine zentrale Meldestelle für die ELKB, ihre Körperschaften (Kirchengemeinden, Gesamtkirchengemeinden, Dekanatsbezirke und Zweckverbände) sowie deren Einrichtungen und Dienste eingerichtet. An diese unabhängige Stelle können sich alle Mitarbeitenden wenden, die ernsthafte Missstände im Rahmen ihrer Tätigkeit wahrnehmen und vertraulich auf diese hinweisen wollen. Wenn Mitarbeitende befürchten, dass ihre Beschwerde kein Gehör findet oder persönliche Nachteile entstehen könnten, dann ist die Beschwerdestelle der ELKB eine Möglichkeit vertraulich und ohne nachteilige Folgen Hinweise zu geben.  (Hinweisgeberschutzgesetz und Whistleblower Richtlinie der EU)

    Verhaltenskodex der evang. Jugend im Dekanat Freising

    1. Ich verpflichte mich alles zu tun, dass bei uns in der evang. Jugend im Dekanat Freising keine Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe und sexueller Missbrauch möglich werden.
    2. Ich nehme die individuellen Grenzempfindungen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern, von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahr und ernst. Konkret meinen wir u. a. damit: Umarmungen ohne Zustimmung (z. B. bei der Begrüßung), Umarmung ohne Zustimmung (z. B. wenn es mir schlecht geht), Umarmungen oder aufstützen/drauflegen von hinten, in die Rippen piksen, aufdringliches Schoßsitzen, Kommentare/Witze über den eigenen Körper (Form, Veränderung, sexuelle Verfügbarkeit), Verniedlichende, erniedrigende und diskriminierende Spitznamen und Rollen (z. B. KleineR…), eine 3. Person schlecht reden.
    3. Ich beziehe gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten aktiv Stellung.
    4. Ich selbst verzichte auf abwertendes Verhalten und achte auch darauf, dass sich andere in den Gruppen, Angeboten und Aktivitäten so verhalten.
    5. Ich respektiere die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der Scham, der mir anvertrauten Menschen sowie der Mitarbeitenden.  
    6. Ich nehme in meiner Aufgabe als Mitarbeiter*in die sexuelle Dimension von Beziehungen bewusst wahr, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz zu gestalten.
    7. Ich nutze meine Rolle, mein Alter, meine Position oder andere Eigenschaften, aus denen ein „Gefälle“ zum Gegenüber resultiert, nicht für sexuelle Kontakte zu den mir anvertrauten Menschen.
    8. Ich nehme Grenzüberschreitungen durch andere Mitarbeitende und Teilnehmende in den Gruppen, Angeboten und Aktivitäten bewusst wahr und vertusche sie nicht. Ich weiß, dass ich und Betroffene bei konkreten Anlässen kompetente Hilfe bei den beauftragten Personen in der Kirchengemeinde und im Dekanat bekommen können.
    9. Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten Gespräch als auch die Kommunikation über die sozialen Netzwerke.
    10. Dieser Verhaltenskodex setzt nur den Grundrahmen für meine Arbeit. Ich verpflichte mich deshalb in meinem Aufgabengebiet verbindliche Verhaltensregeln mit den anderen Mitarbeitenden zu vereinbaren und einzuhalten.   
    11. Kollegiales Korrigieren im Bereich wahrgenommener Grenzverletzungen gehört zur Kultur unserer Zusammenarbeit. Ein „unmittelbares Einmischen“ unter Mitarbeitenden ist Beschwerdebearbeitung in der Situation und besonders dann notwendig, wenn den Betroffenen eine eigenständige, nachträgliche Beschwerde sprachlich und alters- und/oder entwicklungsbedingt über das ihnen Widerfahrene nicht möglich ist. Wir machen uns gegenseitig auf Fehler und grenzverletzendes Verhalten aufmerksam.
    12. Menschen ernst nehmen und wertschätzen heißt für mich, konstruktive Rückmeldung zu geben, Konflikte zu thematisieren und auszutragen, den Schutz der Schwächeren zu gewährleisten und einer Kultur des „Wegsehens“ vorzubeugen.
    13. Professionelles Handeln bedeutet für mich das Kennen von (internen und externen) Hilfsangeboten und die Wahrung der eigenen Grenzen. Hilfe anzufordern ist kein Scheitern, sondern professionelles Handeln!
    14. Ich bin mir bewusst, dass (sexuelle) Gewaltanwendung und Körperverletzung, aber auch die Unterlassung von Hilfeleistung gegenüber den Betroffenen disziplinarische, arbeitsrechtliche und/oder strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht.

    Verhaltensregeln für den digitalen Raum

    Digitale Räume, in all ihren verschiedenen Ausprägungen, sind in unserer Arbeit nicht mehr wegzudenken. Wir nutzen soziale Netzwerke, Messenger, Videokonferenzsysteme und viele weitere digitale Werkzeuge, um miteinander zu kommunizieren oder um uns virtuell zu treffen. Gleichzeitig wissen wir darum, dass mit ihrer Nutzung Risiken verbunden sind. So können digitale Räume für Cybergrooming, Cybermobbing oder verschiedene Formen von Übergriffen genutzt werden. Um diesen Risiken zu begegnen, uns für sichere digitale Räume einzusetzen und die uns anvertrauten Menschen zu schützen, vereinbaren wir für uns folgende Regelungen:

    • Wir achten auf einen reflektierten Umgang mit privaten Handynummern und benutzen für die Kommunikation mit Teilnehmenden oder deren Sorgeberechtigten eine dienstliche Nummer. Denn: die private Handynummer dient nicht nur zur Kommunikation, sondern ermöglicht auch den Zugang zu persönlichen Accounts in sozialen Medien.
    • Allen hauptamtlichen Mitarbeitenden steht für die Kommunikation innerhalb ihres Aufgabengebietes eine offizielle Nummer zur Verfügung.
    • Die Nummern von Teilnehmenden dürfen nicht ohne deren Einwilligung an andere weitergeleitet oder durch das Hinzufügen zu Gruppenkanälen mit anderen geteilt werden.
    • Hauptamtliche Mitarbeitende der evang. Jugend im Dekanat Freising dürfen keinen privaten Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen über private digitale Kanäle (z.B. Email, Social-Media-Plattformen) haben.
    • Wir halten uns bei der Nutzung von Messengerdiensten und anderen digitalen Werkzeugen an die Datenschutzverordnung der ELKB und bemühen uns gleichzeitig um eine lebensnahe digitale Kommunikation.
    • Wir sind aktiv in der Administration unserer digitalen Kanäle, um Menschen vor belästigenden oder beleidigenden Kommentaren zu schützen.
    • Für uns ist jede Form von digitaler Belästigung inakzeptabel. Sollte diese in unserem Einflussbereich stattfinden, bringen wir sie zur Sprache, dokumentieren sie und leiten konkrete Interventionsmaßnahmen ein.
    • Mitarbeitende werden darüber aufgeklärt, dass sie sich jederzeit an die Ansprechpersonen der evang. Jugend im Dekanat Freising wenden können, wenn sie sich online belästigt oder bedroht fühlen.
    • Wir bemühen uns, in der digitalen Kommunikation mehrere Möglichkeiten anzubieten (z.B. Emailverteiler, Messenger), damit Teilnehmende und Mitarbeitende selbst entscheiden können, welche Wege sie nutzen wollen.